BKrFQ Verordnung

Verordnung zur Durchführung des Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetzes
(Berufskraftfahrer-Qualifikations-Verordnung - BKrFQV)

BKrFQV

Ausfertigungsdatum: 22.08.2006

Vollzitat:
"Berufskraftfahrer-Qualifikations-Verordnung vom 22. August 2006 (BGBl. I S. 2108)"

Fußnote
Textnachweis ab: 1.10.2006

Die Verordnung wurde als Artikel 1 der V v. 22.8.2006 I 2108 vom Bundesministerium
für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Einvernehmen mit den Bundesministerien für
Wirtschaft und Technologie und für Bildung und Forschung mit Zustimmung des Bundesrates erlassen. Sie ist gem. Art. 6 dieser V am 1.10.2006 in Kraft getreten.


§ 1 Erwerb der Grundqualifikation
(1) Zum Erwerb der Grundqualifikation ist nur zugelassen, wer die jeweils erforderliche
Fahrerlaubnis besitzt.
(2) Die Prüfung über die Grundqualifikation besteht aus einer theoretischen und einer
praktischen Prüfung nach Maßgabe der Anlage 2. Durch sie hat der Bewerber oder die
Bewerberin nachzuweisen, dass er oder sie die jeweils erforderlichen grundlegenden
Kenntnisse und Fertigkeiten aus den in Anlage 1 aufgeführten Kenntnisbereichen für die
betreffenden Fahrerlaubnisklassen besitzt.
(3) Inhaber einer Fachkunde-Bescheinigung nach § 4 Abs. 6 der Berufszugangsverordnung
für den Straßenpersonenverkehr oder nach § 4 Abs. 6 der Berufszugangsverordnung für
den Güterkraftverkehr sind von der theoretischen Prüfung insoweit befreit, als der
Prüfungsgegenstand bereits Gegenstand der Prüfung nach diesen Verordnungen ist. Die
Dauer der theoretischen Prüfung ist entsprechend zu verkürzen.
(4) Die Prüfung wird bei der für den Wohnsitz des Bewerbers oder der Bewerberin
zuständigen Industrie- und Handelskammer abgelegt, die für den praktischen Teil amtlich
anerkannte Sachverständige oder Prüfer für den Kraftfahrzeugverkehr hinzuziehen kann.
Die Industrie- und Handelskammer muss in Satz 1 bezeichnete Sachverständige oder Prüfer
hinzuziehen, soweit die Industrie- und Handelskammer nicht über eigenes Personal mit
gleichwertiger Qualifikation verfügt. Bei Bedarf muss die zuständige Industrie- und
Handelskammer mindestens einmal im Vierteljahr einen Prüfungstermin festsetzen. Der
Bewerber oder die Bewerberin kann mit seiner oder ihrer Zustimmung an eine andere
Industrie- und Handelskammer verwiesen werden, wenn innerhalb eines Vierteljahres
weniger als drei Bewerber und Bewerberinnen zur Prüfung anstehen oder dem Bewerber oder
der Bewerberin andernfalls wirtschaftliche Nachteile entstehen.
(5) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und theoretischen Teil
mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind.


§ 2 Erwerb der beschleunigten Grundqualifikation
(1) Für den Zugang zum Erwerb der beschleunigten Grundqualifikation ist der vorherige
Erwerb der jeweiligen Fahrerlaubnis nicht erforderlich.
(2) Die Dauer des Unterrichts beträgt insgesamt 140 Stunden zu je 60 Minuten.
Während des Unterrichts sind jeweils die erforderlichen grundlegenden Kenntnisse und
Fertigkeiten aus den in Anlage 1 aufgeführten Kenntnisbereichen zu vermitteln.
(3) Der Bewerber und die Bewerberin müssen im Verlauf des Unterrichts mindestens
zehn Stunden ein Kraftfahrzeug der betreffenden Klasse unter Aufsicht einer Person
führen, die eine gültige Fahrlehrerlaubnis für die jeweilige Fahrerlaubnisklasse
nach dem Fahrlehrergesetz besitzt. Das Kraftfahrzeug muss den jeweiligen Kriterien
für Prüfungsfahrzeuge der Nummern 2.2.6 bis 2.2.13 der Anlage 7 der Fahrerlaubnis-
Verordnung entsprechen. Es muss außerdem den Anforderungen der Nummer 2.2.16 der Anlage
7 der Fahrerlaubnis-Verordnung entsprechen, sofern der Bewerber oder die Bewerberin
die Fahrerlaubnis der betreffenden Fahrerlaubnisklasse noch nicht besitzt. Von den
Fahrstunden nach Satz 1 können bis zu vier auch auf Übungen auf einem besonderen
Gelände im Rahmen eines Fahrertrainings oder in einem leistungsfähigen Simulator
entfallen.
(4) Die Prüfung besteht aus einer schriftlichen Prüfung von 90 Minuten Dauer und
umfasst mindestens eine Frage zu jedem der jeweils maßgeblichen in der Anlage 1
genannten Ziele. In der Prüfung ist nachzuweisen, dass die Inhalte der in Anlage 1
aufgeführten Kenntnisbereiche beherrscht werden.
(5) Die Prüfung wird bei der für den Wohnsitz des Bewerbers oder der Bewerberin
zuständigen Industrie- und Handelskammer abgelegt. Bei Bedarf muss die zuständige
Industrie- und Handelskammer mindestens einmal im Vierteljahr einen Prüfungstermin
festsetzen. Der Bewerber oder die Bewerberin kann mit seiner oder ihrer Zustimmung
an eine andere Industrie- und Handelskammer verwiesen werden, wenn innerhalb eines
Vierteljahres weniger als drei Bewerber und Bewerberinnen zur Prüfung anstehen oder dem
Bewerber oder der Bewerberin andernfalls wirtschaftliche Nachteile entstehen.
(6) Die Prüfung ist bestanden, wenn mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind.
(7) Inhaber einer Fachkunde-Bescheinigung nach § 4 Abs. 6 der Berufszugangsverordnung
für den Straßenpersonenverkehr oder nach § 4 Abs. 6 der Berufszugangsverordnung für
den Güterkraftverkehr sind von der Teilnahme am Unterricht und der Prüfung insoweit
befreit, als Prüfungsgegenstand bereits Gegenstand der Prüfung nach diesen Verordnungen
sind. Die Dauer der Teilnahme am Unterricht und Prüfung sind entsprechend zu verkürzen.


§ 3 Unterrichts- und Prüfungsanforderungen in besonderen Fällen
Fahrer und Fahrerinnen im Güterkraftverkehr, die ihre Tätigkeit auf den Personenverkehr
ausweiten, oder Fahrer und Fahrerinnen im Personenverkehr, die ihre Tätigkeit auf
den Güterkraftverkehr ausweiten oder ändern und die eine Grundqualifikation erworben
haben, müssen bei der theoretischen und praktischen Prüfung nach § 1 Abs. 2 nur
diejenigen Teile ablegen, welche Kraftfahrzeuge betreffen, die Gegenstand der neuen
Grundqualifikation sind. Bei Absolvierung der beschleunigten Grundqualifikation beträgt
die Unterrichtsdauer 35 Stunden zu je 60 Minuten, von denen 2,5 Stunden auf das Führen
eines Kraftfahrzeugs der betreffenden Klassen, das den Anforderungen nach § 2 Abs.
3 Satz 2 entsprechen muss, entfallen müssen. Für die in Satz 1 genannten Fahrer und
Fahrerinnen beschränken sich darüber hinaus die theoretischen Prüfungen auf diejenigen
in Anlage 1 genannten Kenntnisbereiche, welche die Kraftfahrzeuge betreffen, die
Gegenstand der neuen Grundqualifikation sind.


§ 4 Weiterbildung
(1) Durch die Weiterbildung sind die in Anlage 1 aufgeführten Kenntnisbereiche zu
vertiefen und zu wiederholen, wobei besonderes Gewicht auf die Verkehrssicherheit und
den sparsamen Kraftstoffverbrauch zu legen ist.
(2) Die Dauer der Weiterbildung beträgt 35 Stunden zu je 60 Minuten, die in
selbstständigen Ausbildungseinheiten (Zeiteinheiten) von jeweils mindestens sieben
Stunden erteilt werden; die Zeiteinheiten können bei verschiedenen Ausbildungsstätten
absolviert werden. Ein Teil der Weiterbildung kann auf Übungen auf einem besonderen
Gelände im Rahmen eines Fahrertrainings oder in einem leistungsfähigen Simulator
entfallen.


§ 5 Nachweise
(1) Nach
1. erfolgreicher Ablegung der Prüfung hat die Industrie- und Handelskammer,
2. dem Abschluss von Zeiteinheiten nach § 4 Abs. 2 (Teilleistungen) sowie nach dem
Abschluss der Weiterbildung hat die Ausbildungsstätte
eine Bescheinigung über die jeweils erbrachten Leistungen oder Teilleistungen
auszustellen.
(2) Die Grundqualifikation und die Weiterbildung werden durch den Eintrag der
harmonisierten Schlüsselzahl der Europäischen Union auf dem Führerschein (Schlüsselzahl
95 nach Anlage 9 der Fahrerlaubnis-Verordnung) nachgewiesen, soweit ein deutscher
Führerschein erteilt werden kann. Der von einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen
Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen
Wirtschaftsraum ausgestellte Fahrerqualifizierungsnachweis oder der Eintrag der
harmonisierten Schlüsselzahl der Europäischen Union in den von einem anderen
Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens
über den Europäischen Wirtschaftsraum ausgestellten Führerschein stehen dem Nachweis
nach Satz 1 gleich.
(3) Fahrer und Fahrerinnen im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 3 des Berufskraftfahrer-
Qualifikations-Gesetzes, die Fahrten im
1. Güterkraftverkehr durchführen, müssen Grundqualifikation und Weiterbildung
nachweisen durch eine gültige Fahrerbescheinigung nach Artikel 3 Abs. 1 der
Verordnung (EWG) Nr. 881/92 des Rates vom 26. März 1992 über den Zugang zum
Güterkraftverkehrsmarkt in der Gemeinschaft für Beförderungen aus oder nach einem
Mitgliedstaat oder durch einen oder mehrere Mitgliedstaaten (ABl. EG Nr. L 95 S.
1), die zuletzt durch die Akte über die Bedingungen des Beitritts der Tschechischen
Republik, der Republik Estland, der Republik Zypern, der Republik Lettland, der
Republik Litauen, der Republik Ungarn, der Republik Malta, der Republik Polen,
der Republik Slowenien und der Slowakischen Republik und die Anpassungen der die
Europäische Union begründenden Verträge - Anhang II: Liste nach Artikel 20 der
Beitrittsakte - 8. Verkehrspolitik - C. Straßenverkehr (ABl. EU 2003 Nr. L 236 S.
449) geändert worden ist, soweit diese Angaben hierzu enthält;
2. Personenverkehr durchführen, können Grundqualifikation und Weiterbildung auch
nachweisen durch eine im Inland, von einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen
Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen
Wirtschaftsraum ausgestellte nationale Bescheinigung.
(4) Der Eintrag der harmonisierten Schlüsselzahl erfolgt durch die für die Erteilung
von Fahrerlaubnissen zuständige Behörde, soweit sich aus den Bescheinigungen nach
Absatz 1 ergibt, dass die jeweilige Grundqualifikation oder Weiterbildung erworben
worden ist. Unter den Voraussetzungen nach Satz 1 wird auch der Eintrag in die
Fahrerbescheinigung im Feld "Besondere Bemerkungen" durch die für deren Erteilung
zuständige Behörde vorgenommen. Der Eintrag lautet: "95. Kraftfahrerin/Kraftfahrer
ist Inhaberin/Inhaber eines Befähigungsnachweises und die Befähigungspflicht ist nach
Artikel 3 der Richtlinie 2003/59/EG vom 15. Juli 2003 bis zum ... erfüllt". Unter den
Voraussetzungen nach Satz 1 Halbsatz 2 wird für Fahrer und Fahrerinnen nach Absatz
3 Nr. 2 die Bescheinigung nach Muster Anlage 3 durch die nach Landesrecht zuständige
Behörde erteilt.
(5) Die Nachweise nach den Absätzen 2 und 3 sind bei der Durchführung von Fahrten den
zuständigen Personen zur Kontrolle auszuhändigen.


§ 6 Anerkennung von Ausbildungsstätten
Der Antrag auf Anerkennung einer Ausbildungsstätte für die beschleunigte
Grundqualifikation und Weiterbildung ist schriftlich zu stellen. Dem Antrag sind die
zur Prüfung der Anerkennungsvoraussetzungen erforderlichen Unterlagen beizufügen,
insbesondere
1. das Ausbildungsprogramm, in dem die unterrichteten Themengebiete auf der Grundlage
der in Anlage 1 aufgeführten Kenntnisbereiche sowie die geplante Durchführung und
die Unterrichtsmethoden näher darzustellen sind;
2. die Zahl, die Qualifikationen und Tätigkeitsbereiche der Ausbilder und
Ausbilderinnen, einschließlich eines Nachweises ihrer didaktischen und
pädagogischen Kenntnisse; Ausbilder und Ausbilderinnen im praktischen Teil müssen
eine Berufserfahrung als Berufskraftfahrer oder Berufskraftfahrerin, als Fachkraft
im Fahrbetrieb, als Kraftverkehrsmeister oder Kraftverkehrsmeisterin oder eine
entsprechende Fahrerfahrung, insbesondere als Fahrlehrer für Lastkraftwagen oder
Busse, nachweisen;
3. Angaben zu den Unterrichtsorten, zum Lehrmaterial, zu den für die praktische
Ausbildung bereitgestellten Unterrichtsmitteln sowie zu eingesetzten
Ausbildungsfahrzeugen;
4. die vorgesehene Teilnehmerzahl.


Anlage 1 (zu § 1 Abs. 2, § 2 Abs. 2, § 4 Abs. 1)
Liste der Kenntnisbereiche
1 V e r b e s s e r u n g d e s r a t i o n e l l e n F a h r v e r h a l t e n s a u f d e r G r u n d l a g e
d e r S i c h e r h e i t s r e g e l n
Fahrerlaubnisklassen C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D, DE
1.1 Ziel: Kenntnis der Eigenschaften der kinematischen Kette für eine optimierte
Nutzung,
Drehmomentkurven, Leistungskurven, spezifische Verbrauchskurven eines Motors,
optimaler Nutzungsbereich des Drehzahlmessers, optimaler Drehzahlbereich beim
Schalten.
1.2 Ziel: Kenntnis der technischen Merkmale und der Funktionsweise der
Sicherheitsausstattung des Fahrzeugs, um es zu beherrschen, seinen Verschleiß
möglichst gering zu halten und Fehlfunktionen vorzubeugen, insbesondere:
Besonderheiten der Zweikreisbremsanlage mit pneumatischer Übertragungseinrichtung,
Grenzen des Einsatzes der Bremsanlagen und der Dauerbremsanlage, kombinierter
Einsatz von Brems- und Dauerbremsanlage, bestes Verhältnis zwischen
Geschwindigkeit und Getriebeübersetzung, Einsatz der Trägheit des Kraftfahrzeugs,
Einsatz der Bremsanlagen im Gefälle, Verhalten bei Defekten.
1.3 Ziel: Fähigkeit zur Optimierung des Kraftstoffverbrauchs
Optimierung des Kraftstoffverbrauchs durch Anwendung der Kenntnisse gemäß den
Nummern 1.1 und 1.2.
Fahrerlaubnisklassen C1, C1E, C, CE
1.4 Ziel: Fähigkeit zur Gewährleistung der Sicherheit der Ladung unter Anwendung
der Sicherheitsvorschriften und durch richtige Benutzung des Kraftfahrzeugs,
insbesondere: bei der Fahrt auf das Kraftfahrzeug wirkende Kräfte, Einsatz
der Getriebeübersetzung entsprechend der Belastung des Kraftfahrzeugs und
dem Fahrbahnprofil, Berechnung der Nutzlast eines Kraftfahrzeugs oder einer
Fahrzeugkombination, Berechnung des Nutzvolumens, Verteilung der Ladung,
Auswirkungen der Überladung auf die Achse, Fahrzeugstabilität und Schwerpunkt,
Arten von Verpackungen und Lastträgern, Kenntnisse über die wichtigsten Kategorien
von Gütern, bei denen eine Ladungssicherung erforderlich ist, Feststell- und
Verzurrtechniken, Verwendung der Zurrgurte, Überprüfung der Haltevorrichtungen,
Einsatz des Umschlaggeräts, Abdecken mit einer Plane und Entfernen der Plane.
Fahrerlaubnisklassen D1, D1E, D, DE
1.5 Ziel: Fähigkeit zur Gewährleistung der Sicherheit und des Komforts der Fahrgäste,
insbesondere: richtige Einschätzung der Längs- und Seitwärtsbewegungen des
Kraftomnibusses, rücksichtsvolles Verkehrsverhalten, Positionierung auf der
Fahrbahn, sanftes Abbremsen, Beachtung der Überhänge, Nutzung spezifischer
Infrastrukturen (öffentliche Verkehrsflächen, bestimmten Verkehrsteilnehmern
vorbehaltene Verkehrswege), angemessene Prioritätensetzung im Hinblick auf die
sichere Steuerung des Kraftomnibusses und die Erfüllung anderer Aufgaben, Umgang
mit den Fahrgästen, Besonderheiten der Beförderung bestimmter Fahrgastgruppen
(Behinderte, Kinder).
1.6 Ziel: Fähigkeit zur Gewährleistung der Sicherheit der Ladung unter Anwendung
der Sicherheitsvorschriften und durch richtige Benutzung des Kraftomnibusses,
insbesondere: bei der Fahrt auf den Kraftomnibus wirkende Kräfte, Einsatz
der Getriebeübersetzung entsprechend der Belastung des Fahrzeugs und dem
Fahrbahnprofil, Berechnung der Nutzlast eines Kraftomnibusses oder einer
Kombination, Verteilung der Ladung, Auswirkungen der Überladung auf die Achse,
Fahrzeugstabilität und Schwerpunkt.
2 A n w e n d u n g d e r V o r s c h r i f t e n
Fahrerlaubnisklassen C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D, DE
2.1 Ziel: Kenntnis der sozialrechtlichen Rahmenbedingungen und Vorschriften für den
Güterkraft- oder Personenverkehr, insbesondere: höchstzulässige Arbeitszeiten in
der Verkehrsbranche; Grundsätze, Anwendung und Auswirkungen der Verordnungen (EWG)
Nr. 3820/85 und Nr. 3821/85; Sanktionen für den Fall, dass der Fahrtenschreiber
nicht benutzt, falsch benutzt oder verfälscht wird; Kenntnis der sozialrechtlichen
Rahmenbedingungen für den Güterkraft- oder Personenverkehr: Rechte und Pflichten
der Fahrerinnen und Fahrer von Kraftfahrzeugen im Bereich der Grundqualifikation
und der Weiterbildung.
Fahrerlaubnisklassen C1, C1E, C, CE
2.2 Ziel: Kenntnis der Vorschriften für den Güterkraftverkehr, insbesondere:
Beförderungsgenehmigungen, Verpflichtungen im Rahmen der Musterverträge für
die Güterbeförderung, Erstellen von Beförderungsdokumenten, Genehmigungen im
internationalen Verkehr, Verpflichtungen im Rahmen des CMR (Übereinkommen über
den Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr), Erstellen des
internationalen Frachtbriefs, Überschreiten der Grenzen, Verkehrskommissionäre,
besondere Begleitdokumente für die Güter.
Fahrerlaubnisklassen D1, D1E, D, DE
2.3 Ziel: Kenntnis der Vorschriften für den Personenverkehr, insbesondere:
Beförderung bestimmter Personengruppen, Sicherheitsausstattung in Kraftomnibussen,
Sicherheitsgurte, Beladen des Kraftomnibusses.
3 G e s u n d h e i t , V e r k e h r s - u n d U m w e l t s i c h e r h e i t , D i e n s t l e i s t u n g ,
L o g i s t i k
Fahrerlaubnisklassen C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D, DE
3.1 Ziel: Bewusstseinsbildung für Risiken des Straßenverkehrs und Arbeitsunfälle,
insbesondere: Typologie der Arbeitsunfälle in der Verkehrsbranche,
Verkehrsunfallstatistiken, Beteiligung von Lastkraftwagen/Kraftomnibussen,
menschliche, materielle und finanzielle Auswirkungen.
3.2 Ziel: Fähigkeit, der Kriminalität und der Schleusung illegaler Einwanderer
vorzubeugen, insbesondere: allgemeine Information, Folgen für die Fahrerin
oder den Fahrer von Kraftfahrzeugen, Vorbeugungsmaßnahmen, Checkliste für
Überprüfungen, Rechtsvorschriften betreffend die Verantwortung der Unternehmer.
3.3 Ziel: Fähigkeit, Gesundheitsschäden vorzubeugen, insbesondere: Grundsätze der
Ergonomie: gesundheitsbedenkliche Bewegungen und Haltungen, physische Kondition,
Übungen für den Umgang mit Lasten, individueller Schutz.
3.4 Ziel: Sensibilisierung für die Bedeutung einer guten körperlichen und geistigen
Verfassung, insbesondere: Grundsätze einer gesunden und ausgewogenen Ernährung,
Auswirkungen von Alkohol, Arzneimitteln oder jedem Stoff, der eine Änderung des
Verhaltens bewirken kann, Symptome, Ursachen, Auswirkungen von Müdigkeit und
Stress, grundlegende Rolle des Zyklus von Aktivität/Ruhezeit.
3.5 Ziel: Fähigkeit zu richtiger Einschätzung der Lage bei Notfällen
Verhalten in Notfällen: Einschätzung der Lage, Vermeidung von Nachfolgeunfällen,
Verständigung der Hilfskräfte, Bergung von Verletzten und Leistung erster Hilfe,
Reaktion bei Brand, Evakuierung von Bussen und Lastkraftwagen, Gewährleistung
der Sicherheit aller Fahrgäste, Vorgehen bei Gewalttaten, Grundprinzipien für die
Erstellung der einvernehmlichen Unfallmeldung.
3.6 Ziel: Fähigkeit zu einem Verhalten, das zu einem positiven Bild des Unternehmens
in der Öffentlichkeit beiträgt, insbesondere: Verhalten des Fahrers und
Ansehen des Unternehmens: Bedeutung der Qualität der Leistung der Fahrerin
oder des Fahrers von Kraftfahrzeugen für das Unternehmen, unterschiedliche
Rollen der Fahrerin oder des Fahrers von Kraftfahrzeugen, unterschiedliche
Gesprächspartner der Fahrerin oder des Fahrers von Kraftfahrzeugen, Wartung des
Fahrzeugs, Arbeitsorganisation, kommerzielle und finanzielle Konsequenzen eines
Rechtsstreits.
Fahrerlaubnisklassen C1, C1E, C, CE
3.7 Kenntnis des wirtschaftlichen Umfelds des Güterkraftverkehrs und der Marktordnung,
insbesondere: Kraftverkehr im Verhältnis zu bestimmten Verkehrsmitteln
(Wettbewerb, Verlader) unterschiedliche Tätigkeiten im Kraftverkehr (gewerblicher
Güterkraftverkehr, Werkverkehr, Transporthilfstätigkeiten), Organisation der
wichtigsten Arten von Verkehrsunternehmen oder Transporthilfstätigkeiten,
unterschiedliche Spezialisierungen (Tankwagen, Kühlwagen usw.), Weiterentwicklung
der Branche (Ausweitung des Leistungsangebots, Huckepackverkehr, Subunternehmer
usw.).
Fahrerlaubnisklassen D1, D1E, D, DE
3.8 Ziel: Kenntnis des wirtschaftlichen Umfelds des Personenverkehrs und der
Marktordnung, insbesondere: Personenverkehr im Verhältnis zu den verschiedenen
Verkehrsmitteln zur Beförderung von Personen (Bahn, Personenkraftwagen),
unterschiedliche Tätigkeiten im Personenverkehr, Überschreiten der Grenzen
(internationaler Personenkraftverkehr), Organisation der wichtigsten Arten von
Unternehmen im Personenverkehr.


Anlage 2 (zu § 1 Abs. 2 Satz 1)
Prüfungen zum Erwerb der Grundqualifikation
1. Die theoretische Prüfung besteht aus einer schriftlichen Prüfung zu jeweils
gleichen Teilen aus
a) Multiple-Choice-Fragen,
b) Fragen mit direkter Antwort,
c) einer Erörterung von Praxissituationen.
Alle Kenntnisbereiche nach Anlage 1 müssen angemessen abgedeckt sein.
Die theoretische Prüfung dauert 240 Minuten.
2. Die praktische Prüfung besteht aus einer Fahrprüfung, einem praktischen
Prüfungsteil und der Bewältigung kritischer Fahrsituationen.
Ziel der Fahrprüfung ist die Bewertung der fahrpraktischen Fähigkeiten des
Bewerbers. Sie muss auf Straßen innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften,
auf Schnellstraßen und Autobahnen und in Situationen mit unterschiedlicher
Verkehrsdichte stattfinden. Die Fahrzeit ist zu nutzen, um die Fähigkeiten der
Bewerberin oder des Bewerbers in allen verschiedenen Verkehrssituationen zu
beurteilen. Die Fahrprüfung dauert 120 Minuten.
Ziel des praktischen Prüfungsteils ist die Bewertung der in den Nummern 1.4
(Fahrerlaubnisklassen C1, C1E, C, CE), 1.5, 1.6 (Fahrerlaubnisklassen D1, D1E, D,
DE), 3.2, 3.3 und 3.5 (Fahrerlaubnisklassen C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D, DE) der
Anlage 1 genannten Kenntnisbereiche. Der praktische Prüfungsteil dauert 30 Minuten.
Bei der Bewältigung kritischer Situationen wird insbesondere die Beherrschung
des Kraftfahrzeugs bei unterschiedlichem Zustand der Fahrbahn je nach
Witterungsverhältnissen sowie Tages- und Nachtzeit geprüft. Dieser Prüfungsteil
findet entweder auf einem besonderen Gelände oder in einem leistungsfähigen
Simulator statt. Ihre Dauer ist so zu bestimmen, dass der Prüfer oder die Prüferin
die genannten Bewertungen vornehmen kann; sie darf 60 Minuten nicht überschreiten.
Das bei der praktischen Prüfung eingesetzte Kraftfahrzeug muss den jeweiligen
Kriterien für Prüfungsfahrzeuge der Nummern 2.2.6 bis 2.2.13 der Anlage 7 der
Fahrerlaubnis-Verordnung entsprechen.


Anlage 3 (zu § 5 Abs. 4 Satz 4)
(Fundstelle: BGBl. I 2006, 2114, 2115)
M u s t e r
Bundesrepublik Deutschland
(Erste Seite der Bescheinigung)
Bescheinigung über die Grundqualifikation und Weiterbildung
für die Fahrerinnen und Fahrer im Personenverkehr


(Nach Artikel 10 Abs. 3 Buchstabe b dritter Spiegelstrich der Richtlinie
2003/59/EG vom 15. Juli 2003)
---------------------------------------------
I Bezeichnung der zuständigen Landesbehörde I
I I
I I
---------------------------------------------
Hiermit wird bescheinigt, dass
Frau/Herr: ............................................................
Name und Vorname: .....................................................
Geburtsdatum und Geburtsort: ..........................................
Staatsangehörigkeit: ..................................................
Art und Nummer des Ausweises: .........................................
ausgestellt am: .......................................................
in: ...................................................................
Nummer des Führerscheins: .............................................
ausgestellt am: .......................................................
in: ...................................................................
Nummer der Sozialversicherung: ........................................
mit den vorgelegten Bescheinigungen den Nachweis erbracht hat über die
( ) Grundqualifikation ( ) Weiterbildung
Die Befähigungspflicht ist bis zum ...........................erfüllt.
Ausgestellt in ..................... am ...............................
.....................................................
Unterschrift und Dienstsiegel der zuständigen Behörde
(Zweite Seite der Bescheinigung)


Allgemeine Bestimmungen
Diese Bescheinigung wird gemäß der Richtlinie 2003/59/EG des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 15. Juli 2003 über die Grundqualifikation und Weiterbildung der
Fahrer bestimmter Kraftfahrzeuge für den Güter- oder Personenkraftverkehr und zur
Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 3820/85 des Rates und der Richtlinie 91/439/EWG des
Rates sowie zur Aufhebung der Richtlinie 76/914/EWG des Rates (ABl. EU Nr. L 226 S. 4)
ausgestellt.
Es wird bestätigt, dass die Fahrerin/der Fahrer, deren/dessen Name auf der
Bescheinigung angegeben ist, für den Zeitraum der Gültigkeit der Bescheinigung die
Voraussetzungen hinsichtlich der Qualifikation oder Weiterbildung erfüllt, die die
Richtlinie 2003/59/EG für die Durchführung von Fahrten im gewerblichen Personenverkehr
auf dem Gebiet der Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder den Vertragsstaaten des
Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum verlangt.
Die Bescheinigung kann von der zuständigen deutschen Behörde, die sie ausgestellt hat,
insbesondere dann entzogen werden, wenn die Inhaberin/der Inhaber der Bescheinigung
zu Tatsachen, die für die Ausstellung der Bescheinigung erheblich waren, unrichtige
Angaben gemacht hat.
Die Bescheinigung ist im Fahrzeug mitzuführen und den Kontrollberechtigten auf
Verlangen vorzulegen.

telefonische Auskünfte unter: 0221 - 77 88 98 82 oder im Büro unter 0221 - 977 507 01
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